Raus aus dem alten Job, rein in die Arbeit mit Kindern. Der Wunsch ist oft klar. Schwieriger wird die Frage, welcher Beruf für Quereinsteiger in der Kita überhaupt realistisch ist.
Die wichtigste Antwort zuerst: Es gibt nicht den einen Weg.
Welche Türen offen stehen, hängt vom Bundesland, vom vorhandenen Berufsabschluss und oft auch vom Träger ab.
Wenn Sie als Quereinsteiger in der Kita arbeiten möchten, sind vor allem diese Wege realistisch:
- Sozialpädagogische Assistenz, Kinderpflege oder Sozialassistenz
- Erzieher oder Erzieherin als Fachkraft
- Direkter Einstieg ins Berufsfeld Kita, je nach Bundesland
- Studium im Bereich Kindheits- oder Sozialpädagogig
Heißt: Sie müssen nicht zwingend schon klassisch aus der Pädagogik kommen. Es gibt mehrere Wege in die Kita – aber eben nicht überall dieselben.
Für die meisten ist das der realistischste Einstieg. Sozialpädagogische Assistenzkräfte, oft auch einfach Ergänzungskräfte genannt, unterstützen die pädagogischen Fachkräfte in Kitas, arbeiten in Krippen-, Kindergarten- oder Hortgruppen.
Sie übernehmen in der Regel keine Leitungsaufgaben. Nach dem Abschluss ist häufig der Wechsel in die Erzieherausbildung möglich, oft sogar verkürzt.
Wer langfristig mehr Verantwortung übernehmen will, zielt meist auf den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers als anerkannte Fachkraft in der Kindertagesbetreuung.
Die Ausbildung läuft je nach Bundesland in Vollzeit, Teilzeit, berufsbegleitend oder als praxisintegrierte, vergütete Ausbildung (PivA).
Hessen bietet alle drei Formen an, Hamburg zusätzlich eine eigene berufsbegleitende Weiterbildung. Für Quereinsteiger mit fachlich passendem Berufsabschluss gibt es in einigen Ländern verkürzte Wege in die Erzieherausbildung.

Ein echter Geheimtipp: Einige Bundesländer – darunter Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz – machen es dir besonders leicht.
Hier gibt es Wege für einen direkten Berufseinstieg, völlig unabhängig von Ihrem bisherigen Werdegang. Sie fangen damit zwar nicht automatisch sofort als anerkannte Fachkraft an (die genauen Regeln legt jedes Bundesland selbst fest), aber die Tür steht dir erst mal offen.
Sie möchten später Führungsaufgaben übernehmen oder dich auf eine bestimmte Fachrichtung spezialisieren? Dann ist ein Studium der Kindheits- oder Sozialpädagogik genau richtig.
Wenn Sie nach der
passenden Hochschule suchst, hilft dir das offizielle Informationsportal des Bundesministeriums weiter: Auf
Frühe Chancen finden Sie eine Übersicht über
bundesweite Studiengänge.
Übrigens: Mit der passenden Berufserfahrung klappt der Start an der Uni oft sogar ganz ohne klassisches Abitur.
Wer schon einen pädagogischen, sozialen oder im Ausland erworbenen Berufsabschluss mitbringt, muss nicht zwingend neu von vorn anfangen.
Über das zuständige Landesjugendamt kann geprüft werden, ob die vorhandene Qualifizierung als gleichwertig zur Fachkraft in der Kindertagesbetreuung anerkannt wird.
Am Ende dieses Verfahrens steht der sogenannte Anerkennungsbescheid. Er entscheidet darüber, ob und in welcher Funktion jemand in einer Kindertageseinrichtung als Fachkraft eingesetzt werden darf.
Träger und Arbeitgeber fragen diesen Nachweis in der Regel aktiv ab.
Für Quereinsteiger ohne passenden Abschluss ist eine geförderte Umschulung häufig der Türöffner.
Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter können eine Umschulung zur Erzieherin oder zum Erzieher über einen Bildungsgutschein fördern, teils in Vollzeit, teils praxisintegriert mit Vergütung durch den Träger.
Wichtig für die Planung: Eine Umschulung geht oft schneller als die klassische Erstausbildung, verlangt aber meist bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und etwas Berufserfahrung.
Ein Praktikum in einer Kindertageseinrichtung zeigt schnell, ob der Alltag mit Kindern zum eigenen Bild passt.
Viele Träger wünschen sich ein Praktikum vor Ausbildungsbeginn, manche verlangen es sogar als Zugangsvoraussetzung für die Erzieherausbildung.
Das
Gehalt hängt stark von
Qualifikation,
Träger und
Bundesland ab.
Ein grober Richtwert nach TVöD SuE, Stand 2025/2026:
| Rolle |
Einstiegsgehalt brutto/Monat |
Bemerkung |
| Kinderpflege / Sozialassistenz (Ergänzungskraft) |
ca. 2.900–3.120 € |
Entgeltgruppe S3, je nach Stufe und Berufserfahrung |
| Erzieher/in (Fachkraft) |
ca. 3.500–3.649 € |
Entgeltgruppe S8a, Anstieg ab Mai 2026 um rund 2,8 % |
| Assistenzkräfte ohne passenden Abschluss |
ca. 2.400–2.750 € |
Stark trägerabhängig; Orientierung am Mindestlohn, bei freien Trägern oft frei verhandelt |
Die meisten Fachkräfte erhalten zusätzlich die SuE-Zulage von 130 Euro im Monat bei Vollzeit sowie eine Jahressonderzahlung.
1. In welchem Bundesland möchten Sie arbeiten?Zugang, Anerkennung und Ausbildungsmodelle unterscheiden sich teils deutlich.
2. Welchen Abschluss bringen Sie mit?
Mit passendem Abschluss ist ein direkter Einstieg, eine verkürzte Ausbildung oder ein Anerkennungsverfahren möglich.
3. Möchten Sie schnell einsteigen oder langfristig Fachkraft werden?Assistenzwege (wie z.B. Kita-, oder
Schulbegleiter) führen schneller in die Praxis, die Erzieherausbildung oder ein Studium eröffnen mehr Verantwortung.
- Sozialpädagogische Assistenz, Kinderpflege und Sozialassistenz sind die häufigsten Einstiege.
- Erzieher/in bleibt das langfristige Ziel für mehr Verantwortung und besseres Gehalt.
- Anerkennungsbescheid und Umschulung sind zwei Hebel, um vorhandene Erfahrung oder Abschlüsse nutzbar zu machen.
- Bundesland zuerst prüfen, dann Berufsweg wählen.